Okt 20 2008
Restaurant Brandhof
Vielerlei Köstlichkeiten birgt die Karte des Restaurant Brandhof. So viel, dass man sich fragt: Wir hier jedem einzelnen Gericht auch die Hingabe und Aufmerksamkeit geschenkt, die man erwarten darf? Mein Besuch im Brandhof zum geselligen Mittagessen mit dem Architekturbüro Ortlos gestaltete sich in dieser Hinsicht sehr aufschlussreich.
Auf einer Karte mit gut 30 Hauptgerichten etwas zu entdecken, auf das man Lust hat, sollte sich eigentlich als recht einfach erweisen – denkt man. Was man bei dieser These vergisst, ist die Tatsache, dass man erstmal 30 Gerichte und deren Zutaten lesen muss um zwischen interessant und uninteressant zu unterscheiden. Und dann bleiben immer noch gut 5 Alternativen zur Auswahl … Man kommt sich vor wie in einer Fernsehserie deren Staffelfinale mit jeder Menge Cliffhangern die nächste Saison kaum erwarten lässt.
Ich nehme mir also vor erstmal den Fasan zu bestellen und auf jeden Fall wieder zu kommen, schon allein um noch das Wildschwein und so manch anderes Schmankerl zu probieren. Wie man sieht gibt’s Wild und das liegt tatsächlich an den für Herbst typischen Wildwochen. Der Punkt für saisonal wechselnde Gerichte kann also bereits vermerkt werden.
Meine Vorfreude wird durch eine deutlich zu lange Wartezeit etwas getrübt. Angesichts eines ansonsten beinahe leeren Lokals eher unnötig. Aber was lange währt wird endlich gut. Und so präsentiert sich ein wunderbares Fasanenfilet auf einer süßlich, fruchtigen Sauce in Speck gewickelt und … an KOHL serviert??!
Ja, Kohl. Mit Speck gekochter und gestampfter Kohl – so wie ihn meine Mutter zuzubereiten pflegte. Die grün-graue Masse vermischt sich langsam am Teller mit dem köstlichen Chutney auf dem der Fasan angerichtet wurde und es bildet sich eine neue, untragbare Geschmackskombination: Nach Knoblauchhonig und Karfiolcurry nun auch auf der Liste präsentiert doppelbock.at die neueste, ungenießbare Geschmacksrkombination: Graukohlobstsalat!
Ich trenne also die beiden Gerichte fein säuberlich wieder und esse beides separat. Der Fasan in zwei Gängen – ein wirklich vorzügliches Gericht.
Die Rechnung überrascht Gott sei Dank nicht. Deutlich unter 20 Euro kostet ein Ausflug in den Brandhof pro Person und ich habe schon für mehr Geld schlechter gespeist.
Für Magen und Geldbörse wird also gesorgt, für Aug und Seele leider nicht. Im Brandhof hat mans nicht so mit Design und so präsentiert sich die Windn auffallend unauffällig sowohl von innen als auch von außen. Mehr Gasthaus als Restaurant.
Ich vergebe also eine Wertung von 5 von 7 Böcken mit dem Versprechen mal wieder zu kommen und ggf. nach oben zu korrigieren.
Kennen Sie auch eine tolle Windn und finden es eine Frechheit, dass dieses Lokal von uns noch nicht unter die Lupe genommen wurde? Na dann …

Wertung
5 von 7 Böcken









Ein geiler Bericht - Hut ab! Hab mich dabei sehr amüsiert, allein aufgrund deiner Ausführungen schau ich dort mal rein