Mär 16 2009
Pizzaiolo Calamar
Der wohlklingende Name dieser Windn lässt es bereits erahnen: Hier kocht man eher südländisch (mit dezentem Balkaneinschlag). Besonders an warmen Tagen drängt sich ein Besuch im Pizzaiolo Calamar geradezu auf: Ein weitläufiger, gepflegter Gastgarten lädt zum Verweilen ein.
Die drei wiederkehrenden Höhepunkte des Jahreskreises im Leben des Wolfi B.: Das Schinkenfest zu San Daniele, die Endlich-Urlaub-Sauftour durch die Grazer Bars Mitte Dezember (ink. frühmorgendlichem „UUUUUUURRRLAUUUUB!!!“-Schreien) und das erste Bier im Gastgarten. Mit selbigem brach ich heuer meinen persönlichen Rekord – am 14. März kurzärmlig im Gastgarten! Das rockt!
Getrunken wurde Cervicia Prima heuer auf der Terrasse des Pizzaiolo Calamar – ein lauschiges Plätzchen und man vergisst beinahe, dass man sich mitten im Industrieviertel von Graz befindet. Während ich mein Bier genoss und die wenigen Sonnenstrahlen gierig in mich einsog, wurden auf den Nebentischen allerhand köstliche Gerichte aufgetragen und in den Tiefen meines futterfixierten Verstandes reifte ein Plan …
So kam es, dass ich heute der versammelten Büromannschaft einen Mittagsausflug zum Pizzaiolo Calamar vorschlug. Kurz abgestimmt, dankbar angenommen -> auf geht’s!
Leider präsentierte sich dieser Montag nicht ganz so sonnengeflutet wie das Wochenende davor, weswegen wir mit den überdachten Räumlichkeiten des Pizzaiolo Calamar Vorlieb nahmen. In der Windn erwartet den hungrigen Gast recht austauschbares Ambiente: Hölzerne Tische, rosa Tischdecken, etwas schummerig -> typisch Gasthaus eben. Der Tischdecke hätte ein tatsächlicher Austausch wirklich nicht geschadet, denn unsere Vorgänger an dieser Tafel waren beim Essen wohl etwas unvorsichtig.
Das Layout-Team von MV Medien studiert die Speisekarte und eine Runde von Menschen, die Ihr täglich Brot mit Ästhetik und Design verdienen, brechen sich fast das Auge: Die Karte ist kein Meisterstück der Satzkunst. Aber semantisch macht sie einiges wieder wett: Man findet eine große Auswahl an typischen Wirtshausgerichten, dazu viel Südländisches (Souvlaki, Gyros, etc.), einige Fischgerichte, natürlich Pizza und Calamari. Auf den hinteren Seiten sogar ein paar Pastagerichte. Empfehlungen des Tages vermisst manund wie das so ist mit umfangreichen Karten kann man sich auch hier nur schwer entscheiden.
Zwei mal Souvlaki und Pizza wird geordert. Nach einer für Business Lunch doch etwas zu langen Wartezeit wird der Antichrist unter den Pizzen serviert: Locker 40 cm Durchmesser suchen in Graz ihres Gleichen. Auch die Souvlaki-Portionen mit Kartoffeln, Dip und Szaziki sorgen dafür, dass wir nicht hungrig aufstehen.
Anstatt mit Dumpingpreisen punktet man bei Pizzaiolo Calamar mit Produktqualität. Wer allerdings gerade den Winterspeck loswerden möchte, sollte einen Salat bestellen, denn mit Öl und Fett spart man hier nicht. Die gerösteten Kartoffel liegen dann doch etwas schwer im Magen -> schmeckt natürlich umso besser
Fazit: Gute, solide Küche, toller Gastgarten, aber abstriche beim Ambiente auf Grund der etwas versifften Gaststube. Die Lage 200 m neben den Bahngleisen mitten im Industrieviertel von Graz kann ich auch nur dahingehend positiv anrechnen, dass die Windn quasi bei mir um die Ecke ist
Gute 4 Böcke gibt’s für Pizzaiolo Kalamar von mir dafür.
Wertung
4 von 7 Böcken









Super Artikel obwohl ich nicht so auf versifften Gaststuben stehe, aber hauptsache es schmeckt!