Nov 20 2008

Gasthaus Krenn



Verfasst von wb

Als “Synonym für gehobenen Genuss auf steirische Art” bezeichnet À la Carte das Gasthaus Krenn im verschlafen Dörfchen Pürgg … und da man ja ohnehin irgend etwas essen muss, schauten wir angesichts meines Geburtstages dort mal vorbei.

Nie hat man eine Kamera dabei wenn man sie braucht. Wie gerne hätte ich hier ein Bild des Gasthaus Krenn von außen gepostet. Jedem Fantasy Roman Fan würde das Herz aufgehen. Man stelle sich eine dunkle, nebelverhangene Novembernacht vor. Wir schlenderten durch ein verwinkeltes Dorf auf der Suche nach der einzigen Schänke, die uns von den Torwachen empfohlen wurde. Zwischen Hölzernen Bauernhäusern schlängeln sich labyrinthartig enge Gassen und in der Ferne erhebt sich über allem der Kirchturm. Dann, endlich, in einer Seitenstrasse, leicht abschüssig liegt es da. Ein uraltes Bauernhaus, eine Eichentür und ein Schild über dem Eingang: “Gasthaus Krenn”. 

Die Atmosphäre hält nach Betreten an. Man führt uns zu unserem Tisch. In der holzvertafelten Stube, die an eine Almhütte erinnert, kann ein ausgewachsener Mann gerade mal aufrecht stehen. Mein Bruder entscheidet sich auf Grund seiner 193 cm Körpergröße für einen gebückten Gang …

Als Vorspeise wähle ich Linsensuppe mit Speck – so passend zur Stimmung. Geschmacklich einwandfrei, solide, aber angesichts des Rufes, der dem Lokal vorauseilt habe ich mir irgend etwas Besonderes erwartet. Schließlich speiste Nicolas Cage hier sein Martinigansl!

Die Portion entpuppt sich deutlich sättigender als angenommen und ich sehe mich gezwungen nicht aufzuessen um noch Platz für die nächsten beiden Gänge parat zu haben. Es folgt Hase auf Apfel-Sellerie Püree an Pfeffersauce. Geil! Hier sucht man Kritikpunkte wirklich mit der Lupe. Will man sie finden, so kann man die Dominanz des Pürees vielleicht als solchen auffassen, aber wir wollen ja nicht päpstlicher als der Papst sein!

Leider keimen in mir bereits nach der Hälfte des Hauptganges Gedanken an die Folie der Schande und ich freunde mich mit dem Gedanken an, die Nachspeisenkarte erst bei meinem nächsten Besuch rauf und runter zu bestellen. 

Einzig wirkliches Manko im Gasthaus Krenn stellt die Auswahl an offenen Weinen dar. Als Wahlsüdsteirer ist man mehr gewohnt. Im Ganzen aber hat sich diese Windn satte 6 von 7 Böcken verdient. Im Dezember komme ich wieder und dann wird vielleicht sogar nach oben korrigiert!

www.puergg.at/krenn

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Wertung

6 von 7 Böcken

2 Antworten to “Gasthaus Krenn”

  1. cbon 03 Dez 2008 at 17:35:22

    Muss hierbei jedoch kritisieren, dass meine Hauptspeise (Speck-Lauch-Spätzle) geschmacklich doch sehr fahl waren.

    Auch unter meiner “Ennstaler Topfensuppe im Brotleib” hatte ich mir etwas spezielleres vorgestellt.

    Ich würde hier die Wertung um min. einen Bock senken.

    -cb

  2. wbon 05 Dez 2008 at 00:59:24

    Gut, es stellt sich halt immer die Frage, was man erwartet. Das Essen ist halt sehr Ennstal-typisch und die Obersteirische Küche zählt nicht gerade zur Weltelite.

    Ich finde, wir sollten das Gasthaus Krenn im Dez. nochmal besuchen, uns ein 4-gängiges Menü zusammen stellen lassen (als Nachspeise den geilen Auflauf) und dann eine neue Werung schreiben.

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