Mai 23 2009
Eschenlaube
Geschichtsträchtige Gemäuer entlang der Grazer Glacistraße beherbergen ein verborgenes Juwel des örtlichen Nachtlebens. Ursprünglich 1795 als Pferdestall errichtet hat sich diese Windn bereits über lange Zeit als Speisestätte für Zweibeiner einen Namen gemacht. Oft gehört, oft empfohlen und zu oft einfach daran vorbeigegangen – höchste Zeit für die Doppelbock Tester, diesem Zustand ein Ende zu bereiten und der Eschenlaube auf den Zahn zu fühlen.
Heute Abend habe ich wirklich gut gegessen.
Damit könnte man diese Restaurantkritik eigentlich abschließen und der Effizienz halber gleich zur Wertung übergehen. Das Stichwort heißt aber „Infotainment“ – also wollen wir den letzten beiden Silben genüge tun und etwas ins Detail gehen.
Die Eschenlaube gehört zu den Lokalen, in denen man sich auf Anhieb zu Hause fühlt. Weit weg von klinisch dominieren warme Farben – vorwiegend heimelige Brauntöne. Die vielen Holztische des langgezogenen Raumes sind bereits zum Großteil besetzt, als ich das Lokal betrete. Wie man es von mir gewohnt ist, treffe ich eine gute halbe Stunde zu spät ein und so hat unsere heitere Runde bereits einen der Tische im vorderen Teil des Lokals ergattert.
Zumindest auf das erste Erheben der Gläser muss dann keiner mehr lange warten, denn flinker, freundlicher und aufmerksamer Service gehört in der Eschenlaube Gott sei Dank zur Grundausstattung.
Das Studium der Speisekarte offenbart Vielfältigkeit. Hier ist sicher für jeden was dabei. Manche stellt genau diese Tatsache vor ein Problem: An dieser Stelle verwandelt sich so manches Privileg der Frauen in eine Bürde – wer als erster bestellen darf/muss kann sich leider nicht an den Entscheidungen anderer orientieren
Eine Karte voller leckerer Gerichte von Pizza, über Nudelvariationen und Curry bis hin zu Wirtshausklassikern und leichter, moderner Küche – da fällt die Entscheidung schwer.
Schlussendlich wird dann doch bestellt: Einmal Curryhuhn, Gyros, Kärntner Kasnudeln und ich entscheide mich für das Lachsfilet.
Nach den ersten Bissen wird schnell klar: Wir sind nicht nur zufrieden – das Futter hier ist echt lecker! Mein perfekt gegarter Lachs – nicht zu trocken, schön aromatisch – harmoniert wunderbar mit der Weißwein-Zitronen-Sauce. Gyros und Curry scheinen auch zu schmecken und wenn ein Kärntner den Steirern mal zugesteht, genießbare Kasnudeln fabriziert zu haben, spricht das wohl mehr für die Küche der Eschenlaube als 1000 Doppelbockbewertungen.
Lediglich beim Salat hätte es auch die halbe Menge an Kernöl getan.
Nach dem letzten Bissen fällt es mir sehr schwer nicht den Teller abzuschlecken. Deshalb konzentriere ich mich auf ein Gläschen wirklich ausgezeichneten Cabernet Sauvignon. Leider ein seltenes Juwel auf der Getränkekarte. Schön wäre es, wenn man besonders die Rotweinkarte durch wechselnde Spezialitäten etwas aufpeppen würde. Bei den Weißen sieht’s zwar nicht ganz so traurig aus, aber Weißburgunder vom Polz und Welschriesling vom Tscheppe … quelle surprise! Auch am Cocktailsektor besteht noch etwas Nachholbedarf. Ein bestenfalls durchschnittlicher Caipirinha stellt das Highlight dar.
Aber die immer zahlreicher erscheinenden Gäste stören sich an diesen kleinen Mankos nicht. Und recht haben sie. Lediglich der Altersdurchschnitt überrascht mich, wenn man bedenkt, dass wir uns hier ja fast schon im Uni-Viertel befinden. Wenn hier noch jemand die Schulbank drückt, dann wohl im 36.+ Semester …
Mein Fazit für die Eschenlaube: Für die tolle Küche und das gemütliche Ambiente gibt’s 5 Böcke. Ein echter Stammwindnkandidat und ein Tipp für unsere Empfehlungsliste!
Wertung
5 von 7 Böcken









Immer wieder interessant zu lesen - wenn da nicht die vielen Fehler wären…
nur zu frieden
des langezogenen Raumes…
Studium der Spesekarte….
kärntner Kasnudeln….
Leder ein seltenes ….
Weißbrugunder
Naja, für das Lektorat habe ich ja dich. Da kann ich es mir leisten meine Kritiken um 3.00 Uhr in der Früh zu verfassen – direkt nach dem Lokalbesuch, damit die Erinnerungen so frisch wie möglich bleiben.