Okt 12 2008
Crembs Cafe Bar
Ein Wochenendausflug zu meinem Bruder nach Krems an der Donau bescherte mir einen unverhofften Besuch um Crembs – ein Restaurant mit Barcharakter das allerdings durchaus Anleihen an der gehobenen Gastronomie nimmt. Zumindest wäre man gerne etwas nobler …
Beim Studium der Speisekarte fällt mir ein Novum auf: Anscheinend teilt das Crembs seine Gäste in zwei “Kasten” ein, denn es gibt eine Karte mit preiswerten Writshausgerichten (Schnitze, Paste, Putenstreifensalat) und eine mit den Kreationen von “Chefkoch Mike” die sich preislich um EUR 20,– ansiedeln. Die Idee an sich mag ja keine schlechte sein, aber es drängt sich der Schluss auf, dass man gerne mehr wäre als man ist aber nicht den Mut oder das Können hat die Schwelle zur gehobenen Gastronomie zu überschreiten.
Wir wollten Chefkoch Mike aber mal so richtig auf den Zahn fühlen. Da ich meinen Bruder leider nicht zum Überraschungsmenü überreden konnte (er mag Überraschungen beim Essen nicht besonders) bestellte ich als Vorspeise eine Frühlingsrollenkreation, da mir der asiatische Touch auf der Karte auffiel und Chris entschied sich für einen Fittnessalat. Letzterer entpuppte sich als die nicht mehr ganz so innovative Kombination von Vogerlsalat und Orangen. Dazu gabs noch ein paar Prosciuttoscheiben - eine totsichere Kombination und auch vorbildlich zubereitet. Auch an meinen Frühlingsrollen hatte ich nichts auszusetzen – frisch zubereitet, beste Zutaten, aber auch nichts Neues.
Das Glück gut gewählt zu haben, verließ mich allerdings nach der Vorspeise … In der Hoffnung mit Asien auf das richtige Pferd gesetzt zu haben, entschied ich mich für das Hühnercurry. Aufgeschlossen für neue Geschmackskobinationen bin ich allemal denn bis letzten Freitag dachte ich, einzig unzumutbar sei die Kombination von Süße und Knoblauch. Nun ich wurde eines Besseren belehrt: Curry und Karfiol = tödlich! Außerdem ließ das Curry jeden Hauch von Finesse vermissen. Schade, denn die Fajitas von Chris schmeckten ausgezeichnet! Auch wenn eine Affinität zur Sojasauce auffällt.
Pluspunkte sammelt das Crembs allerdings beim Wein - wie es sich für diese Region auch gehört! Besonders positiv: offener St. Laurent - meine Lieblingsrebsorte! Das Service schaffte es aber jeden Ansatz von Klasse im Keim zu ersticken. Ich lege den Kellnern im Crembs folgenden Satz ans Herz: “Darf es noch ein Glas Wein sein?”. Wenn man dann endlich einer Servicekraft habhaft wurde und seine Bestellung aufgeben konnte, wird der gute Wein im schmutzigen Glas serviert. Wasser zu bringen, stellte ebenfalls eine unlösbare Aufgabe für so manchen Crembs-Kellner dar.
Obwohl Krems (die Stadt) als Kulinarisches Juwel an der Donau besticht, fällt meine Wertung für das Crembs nicht ganz so euphorisch aus. Zu teuer für zu wenig Leistung, gut, aber nicht sehr gut. Auf jeden Fall aber ist Potenzial vorhanden 5 von 7 Böcken gibt’s nur deshalb, weil Cris rundum zufrieden mit dieser Windn war.
UPDATE 12. 11. 2008: Ich habe diese Wertung nochmals überdacht und mit anderen Windn die ebenfalls 5 Böcke erhielten, verglichen. Ich korrigiere daher nach unten auf 4 von 7. Sorry Snuff.
Kennen Sie auch eine tolle Windn und finden es eine Frechheit, dass dieses Lokal von uns noch nicht unter die Lupe genommen wurde? Na dann …

Wertung
4 von 7 Böcken









also i habs super gefunden
KÖSTLICH
*g*
Hab ich eh geschrieben! Aber wenn ich das Crembs mit meinen letzten Besuchen beim Eckstein und im Steirer vergleiche (und diesen Level peilt die Windn zweifellos an), dann fehlt halt doch viel!