Mär 06 2009
Cooking Wu
Sie schießen wie Pilze aus dem Boden – die gastronomische Modeerscheinung der letzten Jahre, das Mongolische Grillhaus. Was man sich darunter vorstellen kann, ist leicht erklär: Der Gast türmt am Buffet allerhand rohe Zutaten auf seinem Teller auf, wählt eine Zubereitungsart und schlussendlich landet das ganze dann auf dem Grill. Selbiger ist meist leicht einsehbar und quasi zentrales Element des Restaurants.
Auch bei Familie Wu folgt man diesem Konzept. Dank dem Hype um derartige Windn bleibt der Erfolg auch hier nicht aus. Ein gut gefülltes Lokal und eine Menge gieriger Hände, die um die letzten rohen Entenstücke ringen, sind das Ergebnis. „All you can eat“ zieht immer.
Fernost mit Stil – der erste Eindruck beim Betreten der Windn fällt positiv aus. Das Maß an billigem Asia-Kitsch ist erträglich niedrig gehalten, aber ganz ohne geht’s auch nicht. So finden sich alte Bekannte, wie die winkende Katze und eine Buddha Statue zwischen dunklem Holz und indoor Koi-Tümpel.
Wir werden am Eingang begrüßt und zu unserem Tisch geleitet. Freundlich und mit einer Portion Witz erklärt man uns das Konzept von Cooking Wu: Wie bereits eingangs erwähnt begibt sich der Gast zum Buffet, lädt auf einen Teller Zutaten seiner Wahl und bringt das Ganze zum Grill. Je nach belieben kann aus verschiedenen Sauce gewählt werden – markiert werden diese mit einer Art Wäscheklammer, die man am Teller anbringt.
Für EUR 15.90 kann man dann so reichlich und oft zulangen wie es beliebt. Mittags speist man sogar schon um EUR 11,90.
Wir stellen uns also darauf ein, aus dem Vollen zu schöpfen und schwingen unsere Luxuskörper gen Buffet. Wer Fisch und Meeresfrüchten nicht viel abgewinnen kann, erlebt gleich eine Endtäuschung: Dem Fleischfreund bietet man Stücke von Rind, Schwein und Ente. That’s it. Dazu kommt, dass das Rindfleisch von gesundem Rot teils schon ins Grau umschwenkt. Das Fischangebot lässt allerdings kaum zu wünschen übrig. Dazu wählt man aus einer Reihe von Gemüsesorten wie Sprossen, Gurke, Paprika und Zwiebel.
Beim Grill rächt sich leider der Erfolg der von Cooking Wu, denn hier nimmt man sich entschiedne zu wenig Zeit. Die meisten Speisen erreichen den Tisch gerade mal lauwarm, auf Knusprige Entenhaut muss man auf Grund der kurzen Garzeiten leider auch verzichten und die Saucen reißen’s dann auch nicht mehr raus …
Vielleicht wäre man mit einem à-la-carte Menü besser beraten gewesen. Die gibt’s nämlich schon ab EUR 22,90 für 4 Gänge inklusive Nachtisch.
Süßes gibt’s für uns Buffetfresser auch so viel wir möchten. Zu sehr schädigen wir den Wirt aber auch bei der Nachspeise nicht, denn die aufgetauten Asiaschmankerln, die man bestens vom Fast Food Running Sushi kennt, begeistern uns leider wenig. Reisbällchen mit Bohnenfüllung eignen sich aber sehr gut zum Bauen von Zahnstochertieren:

Das Fazit fällt ernüchternd aus: Atmosphäre und freundlicher Service wiegen leider nicht für gravierende Abstriche beim Essen auf. 3 von 7 Böcken für Cooking Wu in Graz.
Wertung
3 von 7 Böcken








