Mär 22 2009
Bierbaron
Die meisten dürften es schon wissen: Eine Grazer Legende - der Bierbaron in der Heinrichstraße - wurde in das Gastronomie Konglomerat der SPZG absorbiert und reiht sich somit in die bestens bekannt Riege von Posaune, Zeppelin und Stammwindn Sägewerk ein. Demzufolge gleicht sich auch das Konzept etwas an: Es gibt immer noch eine große Auswahl an Faßbieren und dazu kommt das Nahrungsmittel-Bausatzprinzip, das eben jener Kette in Graz zu solchem Erfolg verholfen hat: günstiges Essen, nach dem individuellem Geschmack selbst zusammenstellbar.
Die unübersehbare Werbekampagne war es schlussendlich, die uns unlängst im Bierbaron einkehren ließ. Ihre Wirkung scheint weitgreifend zu sein, denn einen Tisch zu bekommen stellt sich als gar nicht so einfach heraus. Bei unserem Besuch (Donnerstag) erklärt man uns, wir hätten Glück den letzten freien Tisch ergattert zu haben. Da soll noch mal einer behaupten, Radiowerbung zahle sich nicht aus!
Das Bausatzprinzip kennen wir ja bereits, denn kaum jemand, der seine Jugend in der steirischen Landeshauptstadt verbracht hat, kommt gänzlich an Sägewerk & Co. vorbei. Für die wenigen Unwissenden will ich es dennoch erleutern:
Grundsätzlich nimmt man sehr viel Verantwortung weg von der Küche und überträgt sie auf den Gast: Man wählt eine Speise (Pizza, Toast, Pasta, Salat, gefüllte Paprika etc.) quasi als Basiszubereitung und kann nun auf enem Formular weitere Zutaten selbst wählen. Dabei sind der Fantasie (oder besser Perversion) des Gastes so gut wie keine Grenzen Gesetzt: Pizza mit Curry, Schnecken, Ananas und Gorgonzola gefällig? Kein Problem! Wenn man sie noch von einem tanzenden Liliputaner im rosaroten Poliesteranzug serviert bekommen würde, stünde dem Wahnsinn gar nichts mehr im Wege.
Man darf noch träumen …
Demnach also die Komposition der Gerichte dem Gast überlassen bleibt, kann man nur noch an Zubereitung und Produktqualität rumnörgeln. Und selbts hier tue ich mir schwer: Der exklusiv im Bierbaron erhältliche Custom-Burger wirft hanwerklich keinerlei Mängel auf. Alle gewünschten Zutaten (Käse, Ruccola, Prosciutto, Zwiebel und Tomate) sind nebst Flesichlaibchen und Pommes vorhanden. Dabei fällt sehr positiv die gute Qualität des Ruccolas auf. Für die Komposition lobe ich mich selbst und satt werde ich auch - obwohl etwas mehr vertilgbar gewesen wäre.
Für den großen Hunger kann man sich aber durchaus einen zweiten Durchgang leisten, denn den Classic Burger gibt’s um SEHR christiliche EUR 5,30 (inkl. 4 Zutaten nach Wahl). Alternativ kann man zum Schnitzelburger greifen und steigt noch günstiger aus. Dass es vegetarische Burger gibt, möchte ich gar nicht erwähnen.
Am Ambiente wurde bei der Übernahme nicht gefeilt. Der Bierbaron ist und bleibt eine studentische Fress- und Saufwindn. Das erwartet man sich, das bekommt man.
Unterm Strich bleibt ein angenehmes Lokal, in dem man einen lockeren Abend mit Freunden verbringen kann. Günstiges Essen rundet das Angebot ab. Nett, aber eben doch sehr austauschbar. 5 Böcke für den Bierbaron in Graz.
Hier noch die Bierauswahl (kleines Geschenk für die Suchmaschinen): Puntigammer, Heineken, Schladminger (wräch, ihr Schweine …), Schwechater, Wieselburger, Zipfer, Kilkenny, Gösser, Starobrno, Reininghaus, Weihenstefaner, Edelweiß, Schlossgold, Guinness und Murauer.
Es gibt übrigens auch Gösser Radler naturtrüb! Herrlich!
Wertung
5 von 7 Böcken









Bitte checkt nochmal die Addresse für die Landkarte. Die Heinrichstraße in Düsseldorf ist wohl nicht genau der Ort, an dem sich der Bierbaron befindet
wer weiss, vielleicht gibts auch einen in düsseldorf - du hast aber natürlich recht, danke fürs lesen und mitteilen, ist geändert!
lg,
Schu
Hui, ja, da hab ich mich wohl etwa vertan. Zu meiner Verteidigung: Als ich diesen Artikel schrieb, war ich schon ein paar Schritte entfernt von nüchtern. Aber gelobt sei unsere Aufmerksame Leserschaft. Danke an Kosi fürs Sehen und danke auch an Schu fürs schnelle Ausbessern. Ein Trunkenbold ist immer nur so gut, wie der der hinter ihm herräumt